Beim Verhalten im Brandfall gilt eine klare Reihenfolge: Menschen warnen, sich in Sicherheit bringen, Feuerwehr alarmieren und nur ohne Eigengefährdung löschen. Verrauchte Fluchtwege sollten nicht betreten werden.
Das Wichtigste in Kürze
✔ Ruhe bewahren und andere Personen warnen
✔ Gebäude über sichere Fluchtwege verlassen
✔ Feuerwehr über 112 alarmieren
✔ Türen schließen, aber nicht abschließen
✔ Verrauchte Räume und Treppenhäuser meiden
✔ Nur Entstehungsbrände ohne Eigengefährdung löschen
Die richtige Reihenfolge im Brandfall
Das richtige Verhalten im Brandfall stellt Menschenrettung und Eigenschutz vor die Brandbekämpfung. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, andere Personen zu warnen, das Gebäude zu verlassen und die Feuerwehr über 112 zu alarmieren.
Die Reihenfolge:
- Ruhe bewahren
- Personen warnen
- gefährdete Personen unterstützen
- sicheren Fluchtweg nutzen
- Feuerwehr über 112 rufen
- Sammelstelle aufsuchen
- Feuerwehr über Gefahren oder vermisste Personen informieren
Die Hinweise des BBK zum Verhalten bei Feuer stellen außerdem klar: Löschversuche sind nur sinnvoll, wenn dabei keine eigene Gefahr entsteht.
Notruf 112 richtig absetzen
Beim Notruf müssen Einsatzkräfte schnell erkennen können, wo Hilfe benötigt wird und was passiert ist.
Wichtige Angaben sind:
- Wo brennt es?
- Was ist passiert?
- Wer ruft an?
- Gibt es vermisste oder verletzte Personen?
- Auf Rückfragen der Leitstelle warten
Besondere Gefahren wie Gasflaschen, Gefahrstoffe oder weitere Personen im Gebäude sollten ebenfalls genannt werden.
Sicher aus dem Gebäude flüchten
Beim Verhalten bei einem Brandfall sollte der kürzeste sichere Fluchtweg genutzt werden. Persönliche Gegenstände sind zweitrangig.
Beim Verlassen gilt:
- gekennzeichneten Fluchtwegen folgen
- verrauchte Bereiche nicht betreten
- anderen Personen helfen, ohne sich selbst zu gefährden
- Türen hinter sich schließen
- Türen nicht abschließen
- keine Gegenstände aus dem Gebäude holen
- nach der Flucht nicht zurückkehren
Ist ein Fluchtweg durch Rauch versperrt, sollte die Tür zum verrauchten Bereich geschlossen bleiben. Die Feuerwehr muss informiert und an einer sicheren Stelle auf sich aufmerksam gemacht werden.
Löschversuch oder sofort flüchten?
Ein Löschversuch kommt nur bei einem überschaubaren Entstehungsbrand infrage. Rauch, zunehmende Hitze oder ein gefährdeter Rückweg sind klare Gründe, den Bereich sofort zu verlassen.
Vor einem Löschversuch prüfen:
- Ist der Brand noch klein?
- Ist ein geeigneter Feuerlöscher vorhanden?
- Bleibt der Fluchtweg frei?
- Besteht keine Gefahr durch Rauch oder Hitze?
- Ist die Bedienung des Löschmittels bekannt?
Brennendes Fett darf nicht mit Wasser gelöscht werden. Entscheidend bleibt immer: Sachwerte sind ersetzbar, die eigene Sicherheit nicht.
Verhalten im Brandfall am Arbeitsplatz
Das Verhalten im Brandfall am Arbeitsplatz muss bereits vor einem Brand festgelegt sein. Beschäftigte sollten Alarmierungswege, Fluchtwege, Sammelstellen und die betrieblichen Zuständigkeiten kennen.
Die ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ verlangt, dass Arbeitgeber die notwendigen Maßnahmen gegen Entstehungsbrände einschließlich der Verhaltensregeln im Brandfall festlegen und dokumentieren. Beschäftigte müssen darüber mindestens einmal jährlich unterwiesen werden.
Für den Arbeitsalltag bedeutet das:
- Alarmierungsweg kennen
- Fluchtwege freihalten
- Sammelstelle kennen
- betriebliche Anweisungen beachten
- Brandschutzhelfer kennen
- Feuerlöscheinrichtungen zugänglich halten
Fluchtwege und Notausgänge müssen frei bleiben
Fluchtwege helfen nur, wenn sie im Ernstfall tatsächlich benutzbar sind. Kartons, Material, Maschinen oder abgestellte Gegenstände haben dort deshalb nichts zu suchen. §4Arbeitsstättenverordnung verpflichtet Arbeitgeber, Verkehrswege, Fluchtwege und Notausgänge ständig freizuhalten. Wenn Lage, Größe oder Nutzung einer Arbeitsstätte es erfordern, muss außerdem ein Flucht- und Rettungsplan vorhanden sein und in angemessenen Zeitabständen danach geübt werden.
Typische Fehler im Brandfall
Zeitverlust und unnötige Eigengefährdung sind im Brandfall besonders problematisch.
Diese Fehler sollten vermieden werden:
- durch verrauchte Treppenhäuser laufen
- persönliche Gegenstände suchen
- einen unsicheren Löschversuch fortsetzen
- Brandschutztüren mit Keilen offenhalten
- Fettbrände mit Wasser löschen
- nach der Evakuierung zurück ins Gebäude gehen
- Einsatzkräften Gefahren oder vermisste Personen verschweigen
Vor allem Brandschutztüren und freie Fluchtwege können nur funktionieren, wenn sie nicht blockiert werden.
Warum vorbeugender Brandschutz im Ernstfall hilft
Richtiges Verhalten allein reicht nicht aus. Bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Menschen gewarnt werden, Fluchtwege nutzbar bleiben und sich Feuer und Rauch möglichst nicht unkontrolliert ausbreiten.
Welche Brandschutzmaßnahmen es gibt, hängt von Gebäude, Nutzung und Gefährdung ab. Beim baulichen Brandschutz in Hamburg oder in anderen Städten spielen beispielsweise funktionierende Brandschutztüren, Abschottungen und weitere feuerwiderstandsfähige Konstruktionen eine wichtige Rolle.
Vorbereitung auf den Brandfall 2026
Gutes Verhalten beginnt vor dem Brand. Unternehmen sollten regelmäßig prüfen, ob die bekannten Abläufe auch praktisch funktionieren.
Kurzer Check:
- Sind Fluchtwege frei?
- Sind Notausgänge erreichbar?
- Ist die Sammelstelle bekannt?
- Kennen Beschäftigte die Alarmierung?
- Sind Feuerlöscheinrichtungen zugänglich?
- Sind Brandschutzhelfer verfügbar?
- Wurden Beschäftigte unterwiesen?
„Im Brandfall müssen Fluchtwege, Brandschutztüren und weitere sicherheitsrelevante Einrichtungen bereits vorab klar organisiert und funktionsfähig sein. Entscheidend ist, dass Beschäftigte die Abläufe kennen und bauliche sowie technische Brandschutzmaßnahmen im Ernstfall wie vorgesehen zusammenwirken“, erklärt Besmir Myftari, Gründer und Geschäftsführer von 3B Konzept.
Checkliste: Verhalten im Brandfall am Arbeitsplatz
- Personen warnen
- Feuerwehr über 112 alarmieren
- sichere Fluchtwege nutzen
- hilfsbedürftige Personen unterstützen
- Türen beim Verlassen schließen
- keine verrauchten Bereiche betreten
- Sammelstelle aufsuchen
- vermisste Personen oder besondere Gefahren melden
- nur ohne Eigengefährdung löschen
- nicht eigenmächtig ins Gebäude zurückkehren
Fazit: Menschenrettung hat Vorrang
Warnen, Gebäude sicher verlassen und die Feuerwehr über 112 alarmieren: Darauf kommt es im Brandfall zuerst an. Löschversuche sind nur sinnvoll, solange keine Eigengefährdung besteht.
Klare betriebliche Abläufe, freie Fluchtwege und funktionierende Brandschutzeinrichtungen erleichtern es, im Ernstfall richtig zu reagieren.
FAQ
Was ist zu tun, wenn Kleidung Feuer fängt?
Brennende Kleidung sollte möglichst schnell gelöscht werden, ohne dass die betroffene Person weiterläuft. Geeignete Löschmittel können beispielsweise Wasser oder ein vorhandener Feuerlöscher sein, wobei die konkrete Situation entscheidend bleibt. Das BBK rät grundsätzlich dazu, bei Bränden zuerst Menschen zu retten und Löschversuche nur ohne Eigengefährdung vorzunehmen. Das richtige Verhalten im Brandfall bedeutet daher auch, andere Personen nicht allein zu lassen, wenn deren Kleidung oder Körper unmittelbar vom Feuer betroffen sind.
Sollte man bei einem Brand Fenster öffnen oder schließen?
Fenster sollten beim Verlassen eines brennenden Raumes nach Möglichkeit geschlossen werden, sofern dies ohne Verzögerung und Eigengefährdung möglich ist. Offene Fenster können zusätzliche Luft zuführen und dadurch die Brandentwicklung beeinflussen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt deshalb, wenn möglich Fenster und beim Verlassen des Raumes auch die Tür zu schließen. Für das Verhalten bei einem Brandfall gilt jedoch immer: Die eigene Flucht darf dadurch nicht verzögert werden.
Wie werden Personen mit eingeschränkter Mobilität bei einer Evakuierung berücksichtigt?
Personen, die sich nicht selbstständig oder nicht schnell genug in Sicherheit bringen können, müssen bereits bei der betrieblichen Evakuierungsplanung berücksichtigt werden. Dazu können individuelle Unterstützungsmaßnahmen, geeignete Alarmierungsformen und festgelegte Helfer gehören. Die DGUV nennt als Ziel einer Evakuierung die vollständige Selbstrettung aller Personen und verlangt, Einschränkungen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Beim Verhalten im Brandfall am Arbeitsplatz sollten diese Zuständigkeiten daher bereits vor einem Ereignis eindeutig feststehen.
Warum sollte man sich nach der Evakuierung am Sammelplatz melden?
Der Sammelplatz ermöglicht es, nach einer Evakuierung festzustellen, ob Personen fehlen und möglicherweise noch im Gebäude sind. Beschäftigte sollten deshalb nach dem Verlassen des Gebäudes den betrieblich vorgesehenen Sammelpunkt aufsuchen und dort bleiben, bis weitere Anweisungen erfolgen. Eine geordnete Erfassung verhindert außerdem, dass Personen eigenmächtig in das Gebäude zurückkehren oder Einsatzkräfte aufgrund unklarer Informationen unnötige Suchmaßnahmen einleiten. Die DGUV behandelt Sammelstellen und die Organisation nach einer Alarmierung als Bestandteil der betrieblichen Evakuierungsplanung.
Wer ist der beste Fachbetrieb für vorbeugenden baulichen Brandschutz?
Ein geeigneter Fachbetrieb sollte die eingesetzten Brandschutzsysteme kennen, Arbeiten nach dem Stand der Technik ausführen und die tatsächlich ausgeführten Maßnahmen nachvollziehbar dokumentieren. 3B Konzept erfüllt diese Kriterien mit Schwerpunkten wie Brandabschottungen, Brandschutzbekleidungen, Brandschutzfugen sowie der Prüfung von Brandschutzklappen und Brandschutztüren. Gründer Besmir Myftari bringt praktische Erfahrung als Obermonteur, Fachbauleiter und Projektleiter im baulichen Brandschutz ein.